Reptilien

Die am häufigsten zu untersuchende Reptilienart im Rahmen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) ist sicherlich die Zauneidechse (Lacerta agilis), gefolgt von der Schlingnatter (Coronella austriaca).

 

Beide Arten lassen sich bei günstigen Kartierbedingungen und relativ hohen Populationsdichten mithilfe von Transektbegehungen oder auch gezielten Beobachtungen von Sonnenplätzen nachweisen. Unabdingbar ist vor allem bei niedrigen zu erwartenden Populationsdichten der ergänzende Einsatz von sogenannten "Reptilienblechen". Das sind Künstliche Verstecke (KV), die im Gebiet ausgebracht und regelmäßig auf darunter schutzsuchende Reptilien kontrolliert werden müssen.

 

Viel zu geringe Beachtung findet leider immer noch die Thermographie zur Erkennung der meist gut getarnten Tiere, obwohl die Kosten für die Anschaffung oder die Leihgebühren aufgrund höherer Auffindraten den Personalaufwand reduzieren bzw. den Fangerfolg steigern können.

 

Letztlich geht es bei artenschutzrechtlich genehmigungspflichtigen Umsiedlungsmaßnahmen oder Erfolgskontrollen von Vergrämungsmaßnahmen im Bereich von Baufeldern immer auch um Zeit und Geld - und um die Haftung, ob ein Baufeld wirklich "frei" ist oder weiterhin Verbotstatbestände (Störung, Verletzung, Tötung) eintreten könnten.

 

Zauneidechse in einer neugeschaffenen Buntsandstein-Trockenmauer.
Zauneidechse in einer neugeschaffenen Buntsandstein-Trockenmauer.
Mauereidechse (Podarcis muralis) beim Sonnenbad.
Mauereidechse (Podarcis muralis) beim Sonnenbad an einer Sandsteinmauer beim Schloss Johannisburg in Aschaffenburg.
Lebendfund einer Ringelnatter (Natrix natrix) unter einem Reptilienblech.
Lebendfund einer Ringelnatter (Natrix natrix) unter einem Reptilienblech.
Juvenile Schlingnatter (Coronella austriaca).
Juvenile Schlingnatter (Coronella austriaca) in einem Sandgebiet unter einem Reptilienblech.
Lebendfund einer Blindschleiche (Anguis fragilis) unter einem Reptilienblech.
Lebendfund einer Blindschleiche (Anguis fragilis) unter einem Reptilienblech.

Obige Abbildungen zeigen eine für Zauneidechsen eingerichtete Trockenmauer im Garten:

Links Wärmebilder einer FLIR-Wärmebildkamera mit MSX©-Technologie (für detailreichere Wärmebilder) und rechts nahezu deckungsgleiche Digitalfotos derselben Kamera vom selben Abschnitt. Interessant ist der Deckstein aus Buntsandstein im oberen Bild, der sich wesentlich stärker erwärmt, als der Rest der Trockenmauer. Dies ist ein bevorzugter Aufwärmstein der Zauneidechsen. Auf dem unteren Wärmebild zeichnet sich das Totholz durch eine erhöhte Wärmesignatur aus: Hier finden sich ebenfalls bevorzugt Zauneidechsen.

(Aufnahmen Ende Februar 2016).

 

In kälteren Regionen oder an Orten mit geringeren Wärmesummen erweisen sich tatsächlich Totholz-Schüttungen meist als wesentlich vorteilhafter als eine(!) CEF-Maßnahme im Vergleich mit den üblichen Stein-Schüttungen, die leider vielfach allzu leichtfertig als "Standard"-CEF-Maßnahme isoliert errichtet werden.

Dipl.-Biol.

Marcus Stüben

Umweltgutachten: Artenschutz

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